Wo die Weichen gestellt wurden …

Am 17. Februar 2014 fanden sich in der FORUM Factory auf Einladung der BWG – Berliner Wirtschaftsgespräche Menschen ein, die sich offensichtlich für die Berliner Standortpolitik und das Thema Gentrifizierung interessieren.

Den Abend hatte Margarethe Winkes von der werkfabrik konzipiert als Podiumspanel. Das heißt, die dort vertretenen Herren stellten sich und Ihre Haltung zu den lokalen Entwicklungen KUKQ – Gelände zwischen U-Bahn Kochstraße und U-Bahn Hallesches Tor vor. Eine Diskussion war nicht vorgesehen.

Vertreten waren beim Panel:

Andreas Foidl von der Berliner Großmarkt GmbH, der einst auch M9 die Markthalle in SO36 gehörte. Jetzt über die Landesgrenzen bekannt u.a. durch den Streetfoodmarket.

Helmut Riethmüller, Vorstand und Geschäftsführer im FORUM für Berufsbildung e.V. zu dem die FORUM Factory gehört, Investor.

Christoph Heinemann, Architekt, Vertreter einer Baugemeinschaft nach dem Genossenschaftsmodell.

Matthew Griffin, Architekt und Investor.

Karl-Heinz Ruch, einer der Geschäftsführer der TAZ, TAZ Vertriebs GmbH, somit Vertreter der Bauherren, in diesem besonderen Fall die etwa 13,5 Millionen Mitglieder der TAZ-Genossenschaft.

Hans Panhoff, Repräsentant der Politik, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung in Kreuzberg & Friedrichshain.

Florian Schmidt vom Projektbüro Kreativquartier Südliche Friedrichstadt

 

Thematisiert wurde insbesondere die Planlosigkeit mit der der Berliner Senat Grundstücke nach dem Prinzip Meistbieter strategisch verantwortungslos verkauft hat.

Devise des Senats war Schuldenabbau. Konsequenz: Zerstörung des Kapitals, das Berlin hat, das Berlin ungewöhnlich macht, nämlich die Alltagskreativen, die Überlebenskünstler, diejenigen, die in den Kernbezirken mit großer Leidenschaft und viel kreativem und künstlerischem Engagement die Stadt zu einem weltweit einzigartigen Ort gemacht haben und Grund für die Beliebtheit bei Touristen sowie Neu-Berlinern sind, mit Freiräumen und alternativen Lebensentwürfen, die sich hier durch den historischen Sonderstatus entfalten konnten.

Berlin zahlt täglich ca. 6 Millionen Zinsen für seine Schulden. Die Immobilienverkäufe, die Bezirke rasant verändern und zur Gentrifizierung beitragen, decken gerade 4% der Senatsschulden nach Herrn Griffin. Den Bezirken sind oft die Hände gebunden, weil der Senat die Entscheidungsgewalt an sich gezogen hat.

Im KUKQ möchte der finanziell fast handlungsunfähig gesparte Bezirk sich vornehmlich um die Schulen sowie Kitas kümmern.

Betont wurde die Tradition in Berlin des Selbermachens. Aus diesem Kontext hatten sich die Bauherren und Akteure des KUKQ zusammengefunden mit dem Ziel, hier eine Mischung, Lebendigkeit, Vielfalt und Nachhaltigkeit zu ermöglichen und so ein individuelles Gesicht an diesem zentralen Ort zu zeigen.

Zu diesem Ansatz passt KUKQ Stationary.